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I thought there might be a bar

Über die extrem spärliche Darstellung Nordschwedens in Reisebüchern hatte ich mich immer aufgeregt. Gut, in Norrland wohnen nicht viele Menschen. Nördlich von Sundsvall kommen keine größeren Städte mehr, die Einwohner sind wortkarg, und die Tageszeitungen haben unterirdisches Niveau. Und gleichzeitig möchte ich den Reisebuchautoren gerne Themaverfehlung vorwerfen. Irgendwo Rentiersuovvas zu löffeln und einen Tag lang zu angeln, gibt dann doch nur ein ziemlich einseitigs Bild. Die Projekte, die im „glesbygd“ (dt.: dünn besiedeltes Gebiet) entstehen, sind hingegen vielfältig, von sozial bis skurril.

In dem Kaff Moskosel an der Straße zwischen Arvidsjaur und Jokkmokk  wohnen etwa 300 Menschen. Hier werden die in der Outdoorbranche bekannten „Tentipis“ hergestellt. Ansonsten gibt es in dem Dorf nichts mehr. Sogar die Schule wurde geschlossen, und die verbliebenen 20 – 30 Schulkinder werden tagtäglich die 45km nach Arvidsjaur gekarrt. (Warum man nicht Lehrer nach Moskosel karrt …?).

Die Schule stand also leer. Ein potthässlicher Bau, der stark an DDR-Architektur erinnert.

Doch dann kamen Linda Remahl und Gonzalo R. Marques von Northern Sustainable Futures auf die Idee, die Schule zu kaufen und „Moskosel Creative Lab“ zu gründen. Die Schule soll Räumlichkeiten zum Treffen und Feiern für die Ortsbewohner bieten, Ausstellungsräume und Ateliers für reisende Künstler, und nach und nach sollen auch noch Unterkünfte für Touristen entstehen.

Einer, der entscheidend an der Gestaltung des Konzeptes von Moskosel Creative Lab mitwirkt, ist der Künstler Jim Sanders aus Brighton in England. Von seiner Arbeit im MCL handelt der folgende kurze Dokumentarfilm „I thought there might be a bar in Moskosel“.

I thought there might be a bar

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