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If the little mermaid lived today

Der schwedische Verband für Film und Video hatte einen Wettbewerb ausgeschrieben mit einer Kategorie für „Minutenfilm“, also Filme, die maximal 60 Sekunden lang sind. Thema war „Mensch und Umwelt“.

Etwas gegen die Plastikverschmutzung unserer Umwelt, insbesondere der Meere, zu unternehmen, ist mir ein echtes Anliegen. Und da fiel mir sofort die kleine Meerjungfrau ein. Wie ihr Versuch, Mensch zu werden, heute wohl verlaufen würde?

Für das Bühnenbild verwendete ich den gesammelten Plastikmüll zweier Haushalte der vergangenen drei Monate und schüttete ihn in meine Badewanne. Dann nähte ich einen Fischschwanz, der sich als viel zu groß erwies. Und schließlich überlegte ich, wie ich die übrigen Requisiten für meine Schauspielerin, Yessiqa Lövbrand, so erträglich wie möglich gestalten könnte.

Als ich die Daten aus der Kamera auslas, war ich frustriert. Yessiqa hatte einen phantastischen Job gemacht. Aber über meine Kamerakünste konnte ich nur den Kopf schütteln. Beim Schneiden versuchte ich, zu retten, was zu retten war. Setzte mich ans Klavier, nahm eine Film-„musik“ auf, reichte den Film ein und hätte ihn wahrscheinlich irgendwann ganz vergessen.

Doch sechs Monate später kontaktierte mich der Film- und Videoverband. „If the little mermaid lived today“ sollte Schweden auf der UNICA 2020 vertreten! Die UNICA ist ein Festival für nicht-kommerziellen Film und rangiert unter der UNESCO. Als Begründung schrieb der Film- und Videoverband: ”Wir möchten gerne deinen kleinen Film dabei haben, er regt zum Nachdenken an, ist sowohl lustig als auch ernst und transportiert eine wichtige Botschaft, ohne zu moralisieren. Phantasievoll und kreativ. Less is more …“

Während zwei Wochen im September war der Film online unter der UNICA zu sehen und wurde darüber hinaus auch während einer Plattformsdiskussion zum Ende der Veranstaltung gezeigt.

Wer ihn dort verpasst hat, kann ihn sich hier ansehen:

If the little mermaid lived today

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Thema von Anders Norén